Wenn wieder einmal
alles im Arsch ist,

wenn

kaputt, was du geliebt hast,
die Gegenwart eine andere ist
als die Vergangenheit

wenn

Festhalten nicht mehr
möglich war, weil
die Kraft der Gegenwart zu groß

dann

kommen immer all die Klugen,
die Witzigen , die dann sagen:
Lass los, du kannst es nicht aufhalten!

Ja, dann lass halt los, ist ja
eh so easy, ist ja kein Thema.
Weil Loslassen fast so gut ist wie

ZULASSEN.

Aber Zulassen hat wieder eine andere
Energie, da hängt Freude mit drin.
Und doch: Alles nur kluges Gesappel

die anderen müssen ja nicht erleiden
was du erleidest und
(er)tragen musst.

Oder?


 

In letzter Zeit lese ich wieder enorm viel. Gerade echt spannendes Zeug. Und in all dem die ewige Erinnerung, dass die Dinge immer zwei Seiten haben. Also nicht nur schlechte, sondern auch gute. Wie schafft man es aber, in all der Scheisse das Gute zu sehen? Wenn das so easy wäre…

Stop.

Ich will es heute mal kurz machen, sonst schläfst du noch ein: Was unterscheidet uns unter anderem vom Tier? Die Fähigkeit zu denken, zu reflektieren. Max Lüscher, der alte Psychologe hat immer schon gerne von den Möwen erzählt: Du fütterst Möwen. Sie fliegen um dich herum, kreischen. Aber nicht jede Möwe bekommt etwas von dir, sondern immer wieder zufällig irgendeine. Wären die Möwen wie wir Menschen drauf, dann würden sie nie etwas zu Essen bekommen. Sie würden dauernd wegfliegen und schmollen, jammern, pöbeln und Rachepläne schmieden. Sie machen es anders: Sie fliegen immer wieder an und bekommen Brot, oder auch nicht. Dann fliegen sie weiter. Wir Menschen hingegen….

Du siehst auf dem Bild einen Baugrund. Dort standen zuvor alte scheussliche Buden, aber auch alte schöne Häuser. Alle wurden platt gemacht. Jetzt liegt der Baugrund frisch da.

Traurig, dass die alten Häuser weg sind. Und:
Schön, dass sie überhaupt einmal da waren und Menschen ein zu Hause waren.

Jetzt ist es wie ein frischer Acker. Du erinnerst vielleicht an meine Geschichte, die ich hier notiert hatte, da war ich wegen meines Rückens auf Kur, die alte Wohnung weg, die neue noch nicht unterschrieben, der alte Job weg, der neue noch nicht unterschrieben und die Freundin trennte sich auch noch von mir. Also alles im Arsch. Ich hatte ehrlich gesagt Panik, wusste nicht, wie es weiter gehen sollte. Bis jemand sagte:

“Is’ doch geil Georg, vor dir liegt ein frisch gepflügter Acker. Den kannst du jetzt völlig neu bepflanzen, so wie du es gerne willst!” 

Bemm. Stimmt.

Vielleicht magst du ja auch an diesen Satz denken, wenn mal wieder alles mies ist. Und dann wendest du einen mächtigen Trick an: Du versuchst es nicht, es besser zu sehen. Versuchen kannst du knicken, oder hattest du jemals Erfolg bei dem Versuch, den Bleistift vom Boden aufzuheben? Sicher nicht, denn wenn du es geschafft hast, hast du es nicht versucht, sondern getan! Das ist ein himmelweiter Unterschied. Also:

Beschliesse es, von nun an die Dinge anders, positiver und mögender zu sehen. Ich garantiere dir, dann wird sich einiges tun in deinem Leben!

Beschlossen? 😉