Symbolbild: Photo by Jorg Karg on Unsplash

Er ist immer da.
Ob er da ist oder nicht.

Da ist er immer,
Sein Hocker am Tresen für ihn immer frei.
Für ihn der immer
Schweigt und denkt und träumt.

Und jede Stunde ohne
Etwas sagen zu müssen
Seine Barcadi-Cola bekommt,
Wortlos wie er.

Man kennt ihn,
Weil man jemanden wie ihn
Einfach kennt und mag und
Akzeptiert so wie er ist.

Stille Akzeptanz eines Schweigenden
Ohne den die Kneipe nicht die Kneipe
Wäre die sie ist.
Schweigend, lachend, laut und still.

Er der nicht nur aussieht wie
Ein alter Seebär der sicher jede
Welle erlebt und geritten hat,
Die ihn aber nie brechen konnte.

Er der auch aussieht wie ein
Wellenbrecher den nichts mehr erschüttert,
Weil man ohnehin nur zur See fährt, wenn
Einen an Land alles erschüttert,

Dass einen nichts mehr hält.
Weil die See ein Versprechen ist,
Eine Sehnsucht nach Weite,
Eine Hoffnung auf Abenteuer.

Weil die See Weite ist, Horizont und
Enge und miefige Kammern mit
Umgemachten Kojen und Filzläusen die
Man in jedem Hafen kostenlos bekommt.

Wenn man bezahlt hat für das bisschen
Liebe, für das kurze Ankommen im
Warmen Nest einer anderen Sehnsüchtigen
Die auch nur sucht, was man selbst nie findet.

Er, der alte Kapitän, der alles
Gefahren hat, vom Trawler, über Tanker und
Noch größer, noch ferner und mächtiger,
Ist angekommen, hier bei uns in

Unserem Hafen in unserer Kneipe,
Hier hat er seinen festen Liegeplatz,
Mitten am Tresen, zum Bunkern, zum
Denken und Sein.

Er schweigt und ich rede. Innerlich.
Wie er.
Weil er schweigt kann ich reden mit
Mir und meinen Hoffnungen, die

Ich vielleicht mit ihm teile ohne
Davon zu wissen, weil wir beide,
Mitten im Klirren der Gläser und Stimmengewirr,
Lauter Schweigen als

Andere Reden.

Angekommen bin auch ich,
Durch ihn bei
Mir und meinen Gedanken die
Ich endlich höre.