Why 3„AN ALTERNATIVE PERSPECTIVE“ (S.SINEK)

Nachdem es weder Sinn macht, ausschließlich sein WHY zu kommunizieren, macht es ebenso wenig Sinn, ausschliesslich sein HOW und sein WHAT zu kommunizieren. Ergo- wie immer im Leben geht es auch hier um die richtige Reihenfolge. Und nicht nur deshalb, weil der Herr Sinek findet, es müsse so sein, sondern weil es die Natur unserer Gehirne so erfordert.

Hier stellt er sein Konzept „The Golden Circle“ genauer vor.

Einerseits sei es an den berühmten „Goldenen Schnitt“ angelehnt, der weltweit Mathematik, Mystiker, Designer und viele mehr fasziniert. Der goldene Schnitt hat eine große Wirkung auf den Menschen, das scheint unbestritten und ist nachgewiesen, bei weitem nicht „nur“ esoterisch. Designer und Photographen arbeiten damit, Sinek auch.

Es geht also darum, in der richtigen Reihenfolge seinen Kunden mitzuteilen, was man tut und anbietet:

  • WHY: Warum tue ich, was ich tue.
  • HOW: Wie tue ich, was ich tue.
  • WHAT: Was genau tue ich.
Im Bild verdeutlicht Sinek nochmals, wie sehr das WHY im Zentrum steht:
Why-How-What
Meistens argumentieren wir laut Sinek falsch herum. Nachfolgend zwei Beispiele die klar verdeutlichen, was er meint:

Variante 1 (üblicher Weg):

We make great Computers.
They’re beautifully designed, simple to use and user-friendly.
Wanna buy one?

Variante 2 (über das WHY argumentiert):

Everything we do, we believe in challenging the status quo. We believe in thinking differently.
The way we challenge the status quo is by making our products beautifully designed, simple to use and user-friendly.
And we happen to make great computers.
Wanna buy one?

Beides Möglichkeiten für Apple (und alle anderen, also Du, ich, …), zu werben. Apple selbst hat immer Erfolg mit Variante 2.

Wenn man beides liest und jetzt mal neutral rein spürt (falls man etwas gegen Apple hat): Es fühlt sich Variante 2 anders und besser an, oder? So wie es auch anders klingt und sich anders anfühlt, wenn man hört: „1000 Songs in Deiner Tasche“. Der Vergleich: „5GB mp3 player“.

Sinek bringt zahlreiche Beispiele und zeigt auf, warum sich der Weg über das WHY einfach besser anfühlt, was das für Folgen hat und warum es sinnvoll scheint. Er argumentiert auch hier hin: Ein großer Leader arbeitet mit seinem WHY. Wenn es mit meinem WHY zusammen passt, folge ich ihm gerne, fernab von Ratio, Logik und mehr. Wie oft treffen wir Entscheidungen und kaufen Dinge, setzen Handlungen, teilen Meinungen, weil es sich besser anfühlt? Oft. Sogar öfter, als wir es selbst bemerken!!

Soll es bei unseren Gefühlen bleiben? Reichen die als Begründung? Sinke geht einige Schritte weiter indem er sein Kapitel überschreibt mit

THIS IS NOT OPINION, THIS IS BIOLOGY.

Ja, es geht ums fühlen.
Nein, gute Entscheidungen sind keine Bauchentscheidungen- meint Simon Sinek.

Jetzt geht’s also doch ums Hirn. Er nimmt sich zwei besonders wichtige Bereiche heraus und geht auf sie ein:

Ohne hier als Mediziner auftreten zu wollen, das wird Herr Sinek wohl auch nicht wollen, notiere ich, was aus Sineks Sicht die groben Aufgaben beider Hirnareale sind:
NEOCORTEX: Zuständig u.a. für rationale, analytische Gedanken und Sprache. Korrespondiert mit dem WHAT Level.
LIMBIC BRAIN: Zuständig u.a. für unsere Gefühle, wie Vertrauen, Loyalität etc. Auch zuständig für unsere Art zu sein, hat aber keine Kapazität für Sprache. Korrespondiert mit den Leveln HOW und WHY.
Why and Limbic
Was also wollen wir erreichen? Was müssen wir im Hirn dafür ansprechen? YES, das Limbic Brain.
Ja, dabei geht’s tatsächlich um das SPÜREN, also Limvic Brain, weniger um Logik!! Sehr schön kommt das zum Ausdruck in diesem Satz (S.61):
Feeling clean was more important to people than being clean.

Sinek berichtet dort von einer Studie die Hersteller von Waschmitteln gemacht haben. Dabei ging es auch um die vorherige Marktforschung. Klar war, die Leute wollten saubere Wäsche tragen. Niemand aber fragte die Menschen nach ihrem WHY. Also wurde hübsch für den NEOCORTEX argumentiert, nicht fürs LIMBIC BRAIN….

Weiters geht Simon Sinek in diesen Kapiteln darauf ein, wie entscheidend wichtig es ist, wenn man mit dem WHY arbeitet, klar zu sein und absolut diszipliniert und konsistent damit zu arbeiten. Nach innen wie nach außen.

Zur Klarheit gehört auch, ausgiebig am eigenen WHY zu arbeiten, dies muss absolut klar und überzeugend sein, für Dich selbst wie für Deine Kunden, sonst wirkt es nicht und auch Dein HOW ist unklar.

Gegen Ende des fünften Kapitels geht Sinek noch auf die Wichtigkeit von denken, fühlen und wissen ein:

„Ich denke, es ist die richtige Entscheidung.“
„Ich fühle, es ist die richtige Entscheidung.“
„Ich weiß, es ist die richtige Entscheidung.“

Zu denken oder zu fühlen, richtig entschieden zu haben ist sicher wunderbar. Stell Dir vor, Dein Partner oder Dein Team sehen es anders als Du. Die werden sich nicht begnügen damit, dass Du es fühlen kannst. Denen ist WISSEN wichtiger, vor allem, weil DU Dein Wissen argumentieren kannst. Und was brauchte dafür? YES, wenn Dein/Euer WHY klar ist, könnt Ihr mit sicherem WISSEN Entscheidungen nicht nur treffen, sondern auch begründen!

Allein schon diesen Gedanken finde ich enorm- Du hast Dein WHY und schon wird es leichter, Entscheidungen klar zu treffen!

Sinek schliesst das Kapitel 5 mit einem besonders klugen Gedanken wie ich finde, vor allem wenn man auch an seine eigene seelische und körperliche Gesundheit denkt. Er meint, das Ziel Deines Business sollte nicht sein, mit egal wem Geschäfte zu machen, Hauptsache es gibt Geld für Dich. Sondern:

„It should be to focus n the people who believe what you believe. When we are selective about doing business only with those who believe in our WHY, trust emerges.“

Und wenn sie Dir vertrauen, dann folgen sie Dir gerne. Wenn Du dann diszipliniert und konsequent Dein WHY lebst und danach agierst, folgen sie Dir freiwillig und gerne (!) und möglicherweise lange. Und aus Kunden werden Partner.

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Grundlegendes, auch warum dies keine wirkliche Rezension ist, beschreibe ich hier.