Erst flog ich raus.
Dann bist du rausgeflogen.

Einfach weg.
Wenn ich rausfliege, als kleines Beiwagerl, dann fällt das nicht auf.
Wenn du rausfliegst, als Seele des Ganzen, dann ist Stille.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll

Warum du geflogen bist, das weißt nur du selbst.
Und er. Er, der nicht einmal dazu steht, mich rausgeschmissen zu haben.
Weil es ja meine eigene Entscheidung war, wie er mich glauben machen will.
Wer weiß, was er mit dir aufgeführt hat.

Ich weiß immer weniger, was ich sagen soll

Dass du geflogen bist, macht mich wütend. Traurig.
Es macht mich still.
Weil du konsequent bist und nun ganz ausgestiegen bist.
Auch aus unserer anderen gemeinsamen Gruppe.

Du gehst – und es bleibt nur dies: Stille.

Was sollen wir tun ohne dich?
Ja, dies können wir tun: dich vermissen.
Aber das wäre dir nicht recht und es wäre zu wenig, weil es nicht ausdrückt, wer du uns warst und mir bist.

Du warst, nicht nur mir,
eine der bemerkenswertesten Führungskräfte im gesamten Verein:

Reich an Wissen, welches du enorm gut vermitteln konntest.
Reich an Erfahrung, die du nie hast raushängen lassen und die dich uns immer hat sicher führen lassen.
Reich an Menschlichkeit, die dich immer ausnehmend fair sein hat lassen.

Du warst nicht nur dabei in diesem Verein.
Für mich warst du ein Stück weit dieser Verein.
Für mich warst du ein besonderer Grund, dabei sein zu wollen.

Und vor allem warst und bist du dies: Ein Mensch

Dich nur als Führungskraft zu sehen, wäre zu kurz gegriffen. Mir warst du immer wie Familie. Fast wie ein zweiter Vater, den ich immer fragen konnte, wenn ich mal wieder am Rand war. Du hast viel um die Ohren. Und doch hast du dir immer Zeit genommen, hast mir zugehört. Weil ich wusste, du würdest mir nie nach dem Mund reden, wollte ich oft deinen Rat. Du hast zugehört, wir haben gemeinsam reflektiert, dann hast du mir deine Sicht dargelegt und ich war wieder einmal reicher. Reicher um eine Begegnung und reicher um eine neue Sicht.

Jetzt ist sie voll da: Die Wut

Ich weiß nicht, was wirklich geschehen ist. Was zu deinem Rauswurf führte und was dich veranlasst hat, dem ganzen Verein den Rücken zu kehren.
Würde es um jemand anderen gehen, hättest du mir geraten, immer beide Seiten zu hören. Das würde ich tun, aber mit mir rausgeworfenen Beiwagerl redet da sicher keiner. Und ich werde weder fragen, noch Vermutungen anstellen.

Jedoch eines weiß ich: Du nennst dich selbst „kampferprobt“ und hast schon so manche Schlacht hinter dir. Wenn so jemand dann radikal das Handtuch wirft, dann hat es gewaltig gekracht. Und das macht mich wütend, das macht mich pissig auf diesen Verein, der eines besonders gut kann: Die Guten, die Nachdenklichen und die Klugen einfach rauszuekeln. Damit die widerlichen und unreflektierten Machtspielchen einfach munter weiter gehen können. Und die Guten, die Nachdenklichen und die Klugen die übrig bleiben, werden immer weniger. Das ist bitter. Fürchterlich und bitter.

Jetzt weiß ich, was ich sagen soll

Dein Leben nach dem Verein hat begonnen. Und es wird grenzgenial und schön. Wirst sehen. Und du wirkst weiter in unser aller Geist, du hast Spuren hinterlassen, Momente und Begegnungen, die uns nun Vorbilder und Lehrer sind. Um achtsam zu bleiben, für uns selbst und unsere Nächsten.

Und jetzt weiß ich auch was ich sagen soll und will, trotz aller Sprachlosigkeit und Wut:

Einfach dies: D A N K E

Pass auf dich auf.
Genieß dein Leben mit deiner lieben Familie und deinen Menschen, die dich sehen.
Ich hab dich lieb!