immer wenn es still wird um mich herum,
immer wenn es besonders aufgewühlt ist in mir,
dann ist es wieder da, dieses bild, dann
kommt die sehnsucht

nach dem meer

dann tauchen sie auf die bilder von der
wilden see, von einer luft wie es sie nur
dort gibt, von einem wind der dort
wirklich mal ein echter sturm ist

dann ruft mich die nordsee

wenn dort der wind geht dann
weht es dir den schädel durch dann
weht es nicht nur von aussen
auf deine haut, sondern es pustet dich
durch und durch. und. durch.

und was ist dann, fragt die stimme in mir,
was ist dann anders wenn es dich von innen
durchgepustet hat?

dann kommt die klarheit?
dann geht die traurigkeit?

warum sollten sie das tun?

da sind gefühle. im spiel.
im spiel mit überforderung. die
frage nach freiraum steht im raum.

da erzählt mein freund, der friseur,
dass ihm der therapeut gesagt habe,
gefühle könne man nicht kontrollieren.
warum erzählt er mir das heute?
ausgerechnet?

weil ich etwas übersehe?
also doch klarheit?

traurig – wegen was?
gefühle – wegen wem? wegen was?

die nordsee ruft. so oder so.

vielleicht weil es so ist:
weil in der einsamkeit des durchwindeten strandes,
weil an der aufgepeitschten see stehend
jemand ganz besonderes auf dich wartet:

du selbst.

 

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Selten habe ich einen so merkwürdigen Text geschrieben.
Selten hatte etwas von mir derart wenig Rhythmus, so wenig Leben in der Bude.
Aber genau deshalb will ich an die See, weil der Text schlicht zeigt, wie es momentan in mir aussieht.
Chaotisch. Scheinbar unzusammenhängend. So. Irgendwie.

(Bild: fotolia.de)